Indien als Land zu bezeichnen, ist eigentlich eine ziemliche Untertreibung. Denn zwischen den schneebedeckten Gipfeln des Himalaya und Kanyakumari, der südlichsten Stadt Indiens, ganz unten, dort wo der Indische Ozean, das Arabische Meer und der Golf von Bengal zusammenfließen, befindet sich ein ganzer Subkontinent. So vielfältig die Landschaft ist, so unterschiedlich ist auch die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung. Und auch wenn Indien seit Mitte der 90er Jahre eine rasante wirtschaftliche Entwicklung durchgemacht hat, so lebt fast die Hälfte der Bevölkerung noch immer von weniger als einem Dollar am Tag.
Soziale Diskriminierung, die patriarchalische Gesellschafts- struktur, schlechte Bildungs- chancen für große Teile der Bevölkerung, HIV sowie die starke Umweltverschmutzung sind nur einige der Probleme, denen sich Indien im 21. Jahrhundert gegenüber sieht. Unsere Partnerorganisationen vor Ort haben es sich zur Aufgabe gemacht, die lokalen ökologischen, sozialen und politischen Verhältnisse zu verbessern. Und genau hier kannst auch Du mit Deinem Freiwilligeneinsatz helfen!
Ein Freiwilligenaufenthalt in Indien ist in folgenden Projekten möglich:
Unser Partnerprojekt in Jodhpur ermöglicht Mädchen und jungen Frauen aus den so genannten „scheduled castes“, den niedrigsten Kasten, eine grundlegende Ausbildung. Die Frauen kommen zum Austausch in den Räumen des Projektes zusammen, erhalten Englischunterricht, Informationen zu Hygiene und Hauswirtschaft und sie gestalten und verkaufen Handarbeiten.
Durch gezielte Förderung und Betreuung wird das Selbstbewusstsein der Frauen gestärkt und das durch den Verkauf der Handarbeiten eingenommene Geld kommt ihren Familien zugute.
Für das Projekt suchen wir regelmäßig Freiwillige, die beispielsweise den Englischunterricht für die Frauen übernehmen und die die Frauen während ihrer Zeit im Projekt betreuen. Des Weiteren fallen auch einige organisatorische Aufgaben für das Projekt an, so z.B. die Öffentlichkeitsarbeit und die Planung weiterführender Angebote.
Die Räume des Projektes sind in einem schönen, im traditionellen Stil gebauten Hostel untergebracht. Für die Dauer des Einsatzes kannst Du hier für einen geringen Unkostenbeitrag von ca. 100 $ pro Monat ein Zimmer beziehen. Die Dauer des Aufenthaltes sollte bei mindestens drei Monaten liegen.
Voraussetzungen:
- Aufenthalt sollte mindestens 3 Monate dauern
- Gute Englisch-Kenntnisse
- Eigeninitiative und Eigenkreativität
- Geduld und Durchhaltevermögen
- Verständnis für eine fremde Kultur und Mentalität
Ladakh war bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts ein unabhängiges Königreich; erst 1942 wurde es von Indien eingenommen. Mit dessen Unabhängigkeit von Großbritannien wurde Ladakh 1947 ein Teil der indischen Nation. Allerdings verlor Ladakh zunächst nur seine politische Unabhängigkeit; wegen seiner isolierten Lage tief im Himalaya blieb es anfänglich kulturell unbeeinflusst. Im Krieg zwischen Indien und China, 1962, wurde dann aus strategischen Gründen eine Strasse von Indien nach und durch Ladakh gebaut und ein großer Teil der Armee dort stationiert. Damit kam Ladakh zum ersten Mal und sehr abrupt in Kontakt mit dem Rest der Welt. Fremde und weitgehend befremdliche Wertvorstellungen kollidierten mit uralten Traditionen. Dabei hat sich bis heute eine faszinierende Mischung aus buddhistischen, hinduistischen und muslimischen Traditionen herausgebildet.
Unsere Partnerorganisation in Ladakh ist eine NRO, die sich dafür einsetzt das staatliche (gesamt-indische) Bildungssystem regional angepasster zu machen, und hierdurch die lokalen ökologischen, sozialen und politischen Verhältnisse zu verbessern.
Arbeitsbericht:
"Ich habe auf dem Campus gewohnt, gegessen und geholfen. Ich gab ein paar Mal am Tag Unterricht (der erste um 6:20 morgens!), hauptsächlich Englisch (Grammatik, Literatur und Konversation), aber dann half ich ihnen auch in ihren anderen Fächern, die sie in der Schule oder Uni haben (alles auf Englisch), besonders in Politik, Economics und Geschichte. Es hat mir großen Spaß gemacht die Schüler zu unterrichten! Wir bildeten kleine Klassen und konnten uns auf jeden einzelnen Schüler konzentrieren (anders als in den Schulen, wo es 40 - 60 Schüler pro Klasse sind, in der Uni sind es 100 - 150 Stundenten). Die Schüler sind trotz ihrer schlimmen Schulerfahrungen ehrgeizig und wollen so gerne lernen! Im übrigen hilft jeder überall aus: in der Küche, beim Renovieren und Bauen, beim Putzen, beim Melken, bei der Ernte, etc.
Das Projekt der NRO, seine Mitarbeiter und Schüler haben mich sehr beeindruckt. Sie sind so authentisch und motiviert. Außerdem sind sie fröhlich und lebendig, sie lachen und singen die ganze Zeit! Gleichzeitig strahlen sie eine große Ruhe und Zufriedenheit aus. Ihre Lebensweise, ihre Spiritualität und ihre Stärke fand ich bewundernswert. Mit einer Reihe von Schülern habe ich mich richtig angefreundet, habe viel von ihnen gelernt. Andererseits konnte ich ihnen auch manches von der Welt draußen und von meiner eigenen Kultur erzählen und schenken.
Dieses ist ein inspirierendes Projekt, ein einmaliges, aufregendes Erlebnis für offene, interessierte und engagierte Menschen!"
Voraussetzungen:
- Gute Englisch-Kenntnisse
- Eigeninitiative und Eigenkreativität
- Geduld und Durchhaltevermögen
- Verständnis für eine fremde Kultur und Mentalität
Beginn und Aufenthaltsdauer sind flexibel. Es gibt z.B. auch shortterm workcamps (für 2 Wochen) im Februar und Mai. Im Winter ist Ladakh allerdings eher schwierig zu erreichen.
Ein Workcamp in Indien besteht im Wesentlichen in einer Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen, die selbständig arbeitend Selbsthilfeprogramme für bestimmte Problemfelder innerhalb der örtlichen Gesellschaft leiten. Diese können das Thema Umwelt, der medizinischen Versorgung, der besseren Bildungsmöglichkeiten für Schulkinder, des Analphabetismus etc. betreffen. Als Hilfskraft eingesetzt, sollte man sich dessen bewusst sein, dass man mit den lokalen Personen ein allgemeinnütziges Projekt unterstützt, und nicht "Retter in der Not" ist. Die zumeist handwerkliche Arbeit kann sehr anstrengend sein, aber von keinem wird eine Bestleistung erwartet, sondern lediglich:
- dass man gegenüber den indischen Organisatoren oder Arbeitern sowie der lokalen Bevölkerung respektvoll und höflich ist.
- dass man im Team arbeitet, in dem die Arbeit, darunter auch die Probleme oder Pläne gemeinsam besprochen und diskutiert werden.
- dass man motiviert ist, die gute Atmosphäre auf dem Camp aufrechtzuerhalten, und Interesse für die Arbeit, ihren Sinn und ihr Ziel zeigt.
Jeder Volontär kann einen interessanten Aufenthalt, mit vielen neuen Eindrücken über Land
und Leute, mit interessanten und lehrreichen Erfahrungen und vielleicht auch neu geschlossenen Freundschaften erwarten. Sicherlich werdet Ihr viele neue Denkanstöße über vielleicht schon festgelegte Ansichten bezüglich Leben, Entwicklung und Eure Rolle in der Gesellschaft in einem solchen Workcamp finden. Der Grund dafür ist sehr simpel: kein Tourist wird je so nah das indische Leben, die indische Bevölkerung und Ihre Probleme wie Freuden im Alltag erleben wie Ihr!
Ort: Tamilnadu Nähe Ooty im Nilgiri Hochland
Zeitraum: Anfang Oktober bis März. In dieser Zeit kann immer zum Beginn des Monats angefangen werden, sowohl Kurzzeit (3-4 Wochen) als auch Langzeiteinsätze (mehrere Monate). In dieser Zeit starten die Camps immer zu Beginn des Monats, wobei die Anreise möglichst in kleinen Gruppen erfolgen sollte (kann bei der Vorbereitung organisiert werden). Ab einer Mindestteilnehmerzahl von drei Personen (wurde bisher immer erreicht) kann das Stattfinden des Camps garantiert werden. Dabei sind sowohl Kurzzeit- (4 Wochen) als auch Langzeiteinsätze (mehrere Monate) möglich.
Sprache: Englisch
Aufgabe: Die Arbeiten im Camp belaufen sich u.a. auf meist kurzfristig anfallende Bauarbeiten sowie auf die Pflege von Teesetzlingen, Garten- und Plantagearbeiten und ggf. Betreuung von Schulkindern in den umliegenden Dörfern. Diese Arbeiten fallen immer an, wobei auch kurzfristige Projekte anstehen können, an denen die Freiwilligen voll beteiligt werden. Von der Organisation wird es zusätzliche Vorschläge zur Freizeitgestaltung geben.
Vorbereitungsseminar: In Planung.
Shortterm: 50 Euro Bearbeitungsgebühr
Longterm: 150 Euro Bearbeitungsgebühr
Zusätzlich wird Vorort eine Campgebühr von monatlich 60 US-$ für Verpflegung und Unterkunft erhoben. Reisekosten für An- und Rückreise, medizinische Versorgung, ausreichende Auslandskrankenversicherung gegen Krankheit, Unfall und Haftpflicht muss der/die Teilnehmer/in selbst tragen bzw. sich selbst darum kümmern.
Fragen, die die Teilnahme und weitere formale Schritte betreffen könnt ihr an uns direkt über das Kontaktformular richten.
Bitte Bewerbungsunterlagen wie vorgesehen auch in Englisch einsenden!!!
Bitte beachte unsere Anmeldebedingungen.
Reiseinformationen des Auswärtigen Amts
Alle Angaben sind ohne Gewähr, da wir von den ausländischen Partnerorganisationen und der politischen Lage im Partnerland abhängig sind.
Stand 2009



